Anlagetipps per Social Media – das müssen Sie beachten

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Bild: Azamat E/Unsplash, Richard Horvath/Unsplash, Richard Horvath/Unsplash

Shitstorms, Fake News, Verschwörungstheorien – die Sozialen Medien stehen immer öfter in der Kritik. Auch Anlagetipps können rechtlich problematisch werden. Daher erläutert die Europäische Aufsichtsbehörde ESMA jetzt, auf was Berater auf Facebook, Twitter & Co. achten müssen.

Wer als Berater nicht in den Sozialen Medien aktiv ist, existiert für viele – insbesondere für jüngeres Klientel – nicht. Doch wer sich öffentlich zu Finanzanlagen äußert, sollte auf der Hut sein, warnt jetzt die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA. Denn das könne leicht als Anlageempfehlung interpretiert werden, und dafür gelten in der EU bestimmte Regeln, betont die ESMA und verweist ausdrücklich auch auf den Bereich Social Media.

Hintergrund der ESMA-Aktivitäten sind die gerade in Corona-Zeiten zugenommenen Diskussionen in Anlegerforen und Sozialen Medien zu bestimmten Aktien, Finanzderivate oder Kryptowährungen und das sogenannte Schwarm-Phänomen, wie es Anfang des Jahres beim Hype um die GameStop-Aktie zu beobachten war. Wer sich über digitale Kanäle vor großem Publikum zu Geldanlagen äußert, überschreitet schnell die Grenze zu einer echten Anlageempfehlung, so die ESMA, und dann müssen laut EU-Marktmissbrauchsverordnung bestimmte Voraussetzungen beachtet werden.

Die EU-Behörde verweist darauf, dass gerade die relativ anonymen Foren und der Social Media-Be-reich das Potenzial bergen, Investoren in die Irre zu führen. Daher müssen Anlageempfehlungen auf eine bestimmte – und transparente – Art und Weise erfolgen, damit die Anleger vor einer Anlageentscheidung erkennen und bewerten können, wie glaubwürdig und objektiv der Empfehlung ist, und ob es etwaige Eigeninteressen derjenigen gibt, die die Empfehlungen abgeben.

Was zu beachten ist, wenn per Social Media übe Anlageformen diskutiert wird, beschreibt die ESMA in einer allgemeinen Erklärung. Dort erläutert sie, was sie unter einer Anlageempfehlung versteht, welche Probleme bei der Abgabe von Anlageempfehlungen auftreten können und welche rechtlichen Konsequenzen es haben kann, wenn man intransparente und daher irreführende Empfehlungen veröffentlicht.