Zinsfrust und Inflationssorgen – Risikobereitschaft steigt

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Bild: Towfiqu barbhuiya/Unsplash

Niedrige Sparzinsen und steigende Preise – eine Mischung, die immer mehr Menschen Sorgen um ihre finanzielle Zukunft bereitet. Die Mehrheit gibt der Niedrigzinspolitik der EZB Schuld, gleichzeitig steigt auch die Risikobereitschaft beim Anlegen und Sparen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Die steigenden Preise machen immer mehr Menschen Sorgen: 68 Prozent der Deutschen fürchten mittlerweile die Folgen der Inflation. Das zeigt eine repräsentative Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Gothaer Asset Management AG. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei 60 Prozent. Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) glaubt sogar, den eigenen Lebensstandard nicht halten zu können.

Zugleich zeigt sich die Mehrheit der Befragten mittlerweile unzufrieden mit der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Nicht einmal ein Drittel der Bundesbürger (26 Prozent) befürwortet diese Politik noch. 60 Prozent der Befragten halten sie inzwischen für falsch. Das sind fast 20 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Trotz ihrer Sorgen um die finanzielle Zukunft, setzen die Deutschen beim Sparen eisern auf Sicherheit. Laut Umfrage liegt das Sparbuch als vermeintlich sichere Geldanlage unverändert auf Platz eins der Beliebtheitsskala (46 Prozent). Auf Platz zwei stehen Immobilien (38 Prozent; 2021: 32 Prozent). Immerhin konnten Investmentfonds in der Gunst der Deutschen zulegen und rangieren jetzt auf Platz 3 (30 Prozent; 2021: 26 Prozent).

Angesichts der niedrigen Zinsen scheint inzwischen die Risikobereitschaft zu wachsen: 44 Prozent der Befragten sind mittlerweile bereit, bei der Geldanlage ein höheres Risiko einzugehen. Im Vorjahr waren es nur 34 Prozent. Jüngere Menschen sind hierbei risikobereiter als ältere. Laut Studie liegen die 30- bis 44-Jährigen 19 Prozentpunkte über dem Durchschnitt (63 Prozent).

Eine hohe Rendite ist ihnen ebenfalls wichtiger als dem Durchschnitt der Bevölkerung (elf Prozent), so eine weitere Erkenntnis. 19 Prozent dieser Altersgruppe halten eine hohe Rendite für den wichtigsten Aspekt bei der Geldanlage.