Altersvorsorge – Geringverdiener brauchen mehr professionelle Beratung

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Bild: StartupStockPhotos/Pixabay

Rund 30 Prozent der deutschen Haushalte zählt zu den Geringverdiener. Mehr als die Hälfte von ihnen ist der Meinung, sie könnten sich eine aktienbasierte, private Altersvorsorge nicht leisten – obwohl sie von deren Vorteilen wissen. Zudem fehlt es ihnen an kompetenter Beratung.

Rund ein Drittel aller deutschen Haushalte verfügt laut einer Befragung des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) über ein Einkommen von weniger als 1.800 Euro im Monat und hat somit auch spätere eine geringe Rente. Gerade für diese Menschen wäre eine private Altersvorsorge etwa mit Aktienfonds-Sparplänen sehr hilfreich.

Dennoch investieren laut Umfrage nur 15,2 Prozent der Geringverdiener in Wertpapiere – deutlich weniger als Durchschnittsverdiener (33,1 Prozent) und Besserverdiener (51,7 Prozent). Wenig überraschend: Gut die Hälfte (52,1 Prozent) der Menschen mit geringem Einkommen geben als Grund für ihre Aktienabstinenz mangelnde Geldmittel an.

An den nötigen Kenntnissen über die Vorteile von Wertpapieranlagen und über wirtschaftliche Zusammenhänge scheint es dagegen nicht zu fehlen. Immerhin gaben 35,6 Prozent der Befragten an, dass aktienbasierte Anlagen der beste Inflationsschutz sind. Was vor allem Geringverdienern fehlt, ist offensichtlich eine gute Beratung.

Mit 62 Prozent verzichten unter den geringverdienenden Anlegern mehr Menschen auf Beratung im Vergleich zu den anderen Einkommensklassen. Als Grund dafür nennt das DIVA die massenhafte Schließung von Bankfilialen, wodurch der traditionelle, leichte Zugang zu Beratung verloren gegangen sei. So gaben nur 21 Prozent der Befragten an, sich bei Banken oder Sparkassen beraten zu lassen.

Die letzte Meile zu Finanzentscheidungen übernehmen immer mehr unabhängige Berater, die schlank aufgestellt und weiterhin in der Fläche präsent sind. Mehr als ein Drittel (34 Prozent) und damit weit mehr als die Normal- und Besserverdiener (21 Prozent bzw. 25 Prozent) suchen deren Rat, so die Studienautoren.