Achtung Bauherren: Die beliebte KfW-55-Förderung wird eingestellt – jetzt schnell handeln

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Bild: Benjamin Jopen/Unsplash, Richard Horvath/Unsplash

Wer energieeffizient baut, erhält vom Staat vielfältige Unterstützung. Das bislang beliebteste Förderprogramm KfW-55 wird aber jetzt eingestellt. Bauherren, die diese Förderung noch nutzen möchten, müssen sich mit der Beantragung sputen.

Noch gut 23 Jahre, dann soll Deutschland klimaneutral sein. Um das zu schaffen, müssen auch die knapp 20 Millionen Wohngebäude hierzulande deutlicher energieeffizienter werden. Daher hat die alte Bundesregierung noch im September beschlossen, die bereitgestellten Mittel im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude um 11,5 Milliarden auf nun 18 Milliarden Euro aufzustocken – nur für dieses Jahr. Ein Rekordwert.

Etwa die Hälfte dieses Geldes floss nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bisher in Neubauten, und davon wiederum der überwiegende Teil in die KfW-55-Förderung. Doch gerade dieser Fördererfolg wird dem Programm jetzt zum Verhängnis, weil sich das Effizienzhaus-55 mittlerweile als Standard für Neubauten durchgesetzt hat und damit laut Regierung nicht mehr gefördert werden müsse.

Für Bauherren, die derzeit ihr neues Haus planen, könnte es daher mit der KfW-55-Förderung knapp werden, denn nur noch bis Ende Januar nimmt die KfW Anträge auf Förderkredite für solche Objekte entgegen. Der Antrag muss vor Vorhabenbeginn bei der KfW und spätestens bis zum 31. Januar 2022 gestellt werden. Grundsätzlich gilt, dass der KfW-Antrag vor Abschluss von Lieferungs- und Leistungsverträgen gestellt werden muss. Nur in der Kreditvariante kann hiervon abgewichen werden, wenn ein dokumentiertes Beratungsgespräch mit der Bank vorliegt.

Fördergelder für Neubauten erhalten künftig nur noch Gebäude der Effizienzklassen 40 und 40 plus. Bei diesem Standard erhöht sich die Förderung auf 150.000 Euro Kreditsumme und bis zu 37.500 Euro Zuschuss pro Wohneinheit. Bauherren sollten somit prüfen, ob sie ihre Planung auf die effizientere Klasse umstellen. Letztlich ist es ein Rechenexempel, ob sich der Aufwand lohnt. Man bekommt zwar mehr staatliche Unterstützung, die strengeren Anforderungen an die Energieeffizienz verteuern jedoch das gesamte Bauvorhaben.