Jetzt (noch) vergleichsweise niedrige Bauzinsen sichern

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Bild: Tierra Mallorca/Unsplash

Ende Februar warnten wir an dieser Stelle vor steigenden Bauzinsen. Jetzt hat die EZB nach langem Zögern angekündigt, den Leitzins zu erhöhen. Darauf haben die Marktzinsen aber nicht gewartet und sind weiter kräftig geklettert. Die Bauzinsen sind im Langfristvergleich aber immer noch moderat.

Während die US-Notenbank bereits vor Wochen auf die steigenden Inflationsraten reagiert und den Leitzins erhöht hat, konnte sich nun auch die Europäische Zentralbank EZB zu solch einem Schritt durchringen und wird im Juli – erstmals seit einem Jahrzehnt – wieder an der Zinsschraube drehen.

Die Marktzinsen – und damit auch die Zinsen für Immobiliendarlehen – haben jedoch nicht auf die EZB gewartet und befinden sich seit Jahresanfang im Steigflug. Daher haben wir bereits Ende Februar vor weiter steigenden Bauzinsen gewarnt. Damals betrugen die Zinsen für zehnjährige Immo-Kredite laut dem Finanzierungsvermittler Interhyp im Schnitt noch 1,55 Prozent. Mit aktuell 2,9 Prozent haben sich die Zinsen für zehnjährige Immobiliendarlehen in der Zwischenzeit nahezu verdoppelt und liegen auf dem Stand von vor zehn Jahren.

Im langfristigen Vergleich erscheinen die aktuellen Bauzinsen zwar noch relativ moderat, doch wer sich jetzt mit der Finanzierung seiner Traumimmobilie befasst, sollte nicht mehr allzu lange zögern, denn die Konditionen werden sich im Laufe des Jahres – so die Meinung der Experten – weiter verschlechtern.

Wer schon einen Immo-Kredit laufen hat, sollte sich die immer noch vergleichsweise niedrigen Zinsen möglichst lange zu sichern – also sich eventuell bereits vorzeitig um eine Anschlussfinanzierung kümmern. Mit einem Forward-Darlehen kann man sich einen Folgekredit bereits Jahre im Voraus zu den aktuellen Konditionen sichern. Allerdings muss man dafür meist auch einen Zinsaufschlag bezahlen. Man sollte das also gut durchrechnen lassen.