„Raus aus Aktienfonds“ könnte sich langfristig als Fehler erweisen

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Bild: lo lo/Unsplash

Angesichts des Ukraine-Kriegs ist das Neugeschäft bei den Fonds gesunken – Aktienfonds verzeichneten zuletzt sogar Rückflüsse. Der Trend raus aus Aktienfonds zeigte sich schon vor zwei Jahren zu Beginn der Pandemie. Seitdem haben die Aktienmärkte allerdings rund 51 Prozent zugelegt.

Noch für Januar meldete der Investmentfondsverband BVI für die Publikums- und Spezialfonds einen Nettomittelzufluss von 30,3 Milliarden Euro – ein Rekordergebnis zum Jahresstart. Doch dann dämpfte der Einbruch der Aktienmärkte von Mitte Februar bis Anfang März angesichts des Ukraine-Kriegs das Neugeschäft von Fonds.

Zwar erzielten die im BVI vertretenen Fondsgesellschaften im gesamten ersten Quartal 2022 ein Neugeschäft von netto 45,1 Milliarden Euro, doch das sind rund 15 Milliarden Euro weniger als noch im Vorjahresquartal. Im vierten Quartal 2021 hatte die Branche noch 81,7 Milliarden Euro eingesammelt.

Von den rund 14 Milliarden Euro, die im ersten Quartal neu in Publikumsfonds investiert wurden, flossen 13 Milliarden in gemischte Fonds. Die Aktienfonds verzeichneten dagegen nur noch ein Neugeschäft von rund 3,5 Milliarden Euro – halb so viel wie im letzten Quartal 2021. Allein im März verzeichneten Aktienfonds Mittelrückflüsse von 2,6 Milliarden Euro.

Allerdings reagierten Privatanleger vor rund zwei Jahren angesichts des Ausbruchs der Pandemie noch viel heftiger. Im ersten Quartal 2020 verkauften sie Aktienfonds im Wert von netto 12,3 Milliarden Euro. Wer sich im Pandemie-Tief Mitte März 2020 vom Aktienmarkt verabschiedet hat, wird sich heute vermutlich ärgern, weil er kräftige Kursgewinne verpasst hat. So legte der MSCI Weltindex seitdem um rund 66 Prozent zu, der DAX gewann im gleichen Zeitraum gut 58 Prozent.