Geldvermögensbildung: Fonds überholen Versicherungen

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Bild: moerschy/Pixabay

Das Geldvermögen der Deutschen ist im vergangenen Jahr auf die Rekordsumme von 7,7 Billionen Euro gestiegen. Es wurde weniger konsumiert und mehr gespart. Ein genauerer Blick auf das Sparverhalten zeigt aber auch: Erstmals floss mehr Geld in Fonds als in Versicherungen.

Die Deutschen galten bisher immer als extrem risikoscheu bei der Geldanlage und blieben jahrelang ihrem Sparbuch und Festgeldanlagen treu. Doch im vergangenen Jahr hat sich die Sicht auf die Geldanlage offenbar grundlegend geändert, so eine Studie des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) auf Basis von Bundesbank-Zahlen.

2021 bildeten die deutschen Privathaushalte laut BVR insgesamt neues Geldvermögen in Höhe von fast 379 Milliarden Euro. Diese historisch hohe Summe sei wie im Vorjahr von den Konsumeinschränkungen durch die Corona-Maßnahmen getrieben worden, so der Verband.

134,7 Milliarden Euro dieser Summe flossen in Investmentfonds, Aktien und Anleihen. Das entspricht 35,6 Prozent des gesamten neu gebildeten Geldvermögens. Auf Versicherungen entfielen 25,1 Prozent, auf Bankeinlagen 38,8 Prozent. Allein in Investmentfonds haben die Privathaushalte in Deutschland 109,6 Milliarden Euro investiert. Damit sind erstmals mehr finanzielle Mittel zur Vermögensbildung in Fonds als in Versicherungen geflossen.

Laut BVR dürfte die Lust auf Investmentfonds auch in diesem Jahr anhalten. Zwar hat sich das Umfeld durch den Krieg in der Ukraine und den wieder steigenden Kapitalmarktzinsen geändert. Doch angesichts der hohen Inflationsraten bieten Sachwertanlagen wie Aktien oder Aktienfonds den besten Schutz vor Kaufkraftverlust.