„Sell in May and go away“ – diese „Börsenweisheit“ ist fast so alt wie die Kapitalmärkte und hält sich hartnäckig. Ist der Mai also tatsächlich ein Horrormonat für Anleger und sollte man sich jetzt von seinen Börseninvestments trennen? Experten haben eine andere Meinung.

Die ganze Börsenregel lautet: „Sell in May and go away, but remember to come back in September“. Für dieses Verhaltensmuster gibt es durchaus plausible Gründe. Die Bilanz- und Dividendensaison ist vorbei, und in den Sommermonaten ist urlaubsbedingt an den Märkten nicht viel los. Das bedeutet: Schlechte Nachrichten haben mehr Durchschlagskraft. In den Monaten Oktober bis April ließe sich an den Börsen daher mehr verdienen – inklusive Jahresendrally, so die Börsenregel.

Statistisch gesehen, stimmt die Regel: Nach einer aktuellen Analyse des Investmenthauses Fidelity International wären Anleger, die die Börsenregel in den vergangenen 30 Jahren befolgt hätten, kräftig im Plus. Aus 10.000 Euro wären mit einem Investment in den DAX ein Vermögen von rund 133.000 Euro geworden.

Die Statistik scheint „Sell in May“ zu untermauern. Eine aktuelle Analyse von Fidelity International zeigt: Wer die Regel in den vergangenen 30 Jahren befolgt hätte, wäre heute dick in Plus. Aus 10.000 Euro wäre durch ein Investment in den Dax die stattliche Summe von 133.223 Euro geworden. Wer dagegen 30 Jahre lang ohne Unterbrechung – also inklusive den Monaten Mai bis September – im DAX investiert geblieben wäre, hätte es lediglich auf ein Vermögen von rund 114.000 Euro gebracht.

Fidelity hat allerdings auch eine Detailauswertung gemacht, und die zeigt etwas anderes: Seit 1988 hat die Börsenweisheit für den deutschen Leitindex nur in 16 Jahren funktioniert. In 14 Jahren hätten Anleger durch „Sell in May“ dagegen Verluste erzielt. Das heißt: Die Börsenregel bietet allenfalls etwas mehr als eine Fifty-Fifty-Chance, dass sie in diesem Jahr von Erfolg gekrönt ist.

Langfristig orientierte Anleger sollten sich von „Börsenweisheiten“ nicht irritieren lassen, sondern die Märkte für sich arbeiten lassen. Das gelingt vor allem mit Fondssparplänen und aufgrund des Cost-Average-Effekts ganz gut. Wer regelmäßig, etwa monatlich, einen immer konstanten Betrag in Fondsanteile steckt, erhält bei niedrigen Kursen mehr Anteile als bei höheren Kursen. Im Ergebnis erzielen Anleger damit einen günstigeren (durchschnittlichen) Einstiegspreis im Vergleich mit Käufen einer immer gleichen Menge an Fondsanteilen. Ebenfalls umgehen Anleger das Risiko, bei einer einmaligen Investition nicht den richtigen Zeitpunkt zu erwischen – also niedrige Kurse.

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