Deutsche Anleger sind von den anhaltenden Niedrigzinsen so deprimiert, dass sie sich eigentlich nicht mehr um ihre Finanzen kümmern wollen. Gegenüber Anlagealternativen im Aktien- oder Fondsbereich sind sie allerdings aufgeschlossen – und wollen Hilfe von Beratern.

Die Altersvorsorge ist das stärkste Motiv, um nach Alternativen zum fast zinslosen Sparen nachzudenken, so eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment unter 500 Finanzentscheidern in privaten Haushalten. Jeder zweite der befragten Finanzentscheider sieht hier Handlungsbedarf und möchte seine bestehenden Anlagen auf den Prüfstand stellen und eventuell modifizieren.

Grundsätzlich besteht bei deutschen Anlegern und Sparern sogar die Bereitschaft für chancenorientierte, kapitalmarktbasierte Anlagen. 31 Prozent der Befragten können sich eine Geldanlage in Aktien „auf jeden Fall“ vorstellen. Ein weiteres Drittel beantwortet die Frage immerhin mit „eventuell“.

Vielen Befragten fehlt allerdings das erforderliche Know-how, um im derzeitigen Marktumfeld eine attraktive Anlagelösung aus der Vielzahl von Produkten ausfindig zu machen: 40 Prozent der Anleger bescheinigen sich selbst schlechte Kenntnisse in Geldanlagen und nur knapp jedem Zweiten (48 Prozent) ist bekannt, dass Anlagen in Aktien oder Aktienfonds auf lange Sicht die höchsten Erträge bieten.

Auswege aus diesem Spannungsfeld zwischen zu geringem Anlagewissen und dem unattraktiven Niedrigzinsumfeld könnten kompetente Berater bieten, glauben 51 Prozent der Befragten. Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer erwarten von einem Berater sinnvolle Anlagealternativen. Diese Zahlen bestätigen, dass die Menschen nach wie vor persönlich beraten werden wollen, besonders wenn es um das eigene Vermögen geht.