Wer hat Angst vorm Kapitalmarkt?

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Geringe Zinsen, noch weniger Wissen – europäische Sparer und Anleger sind unzufrieden mit ihren Geld- und Kapitalanlagen, zeigt das aktuelle Income-Barometer von J.P. Morgan Asset Management. Ihr Anlageverhalten ändern, trauen sich die meisten aber auch nicht.

Jeder zweite Sparer in Europa ist mit den Erträgen seiner Geldanlage unzufrieden. Allerdings haben die Wenigsten trotz inzwischen zehnjährigem Niedrigzinsumfeld ihr Anlageverhalten geändert: Als Grund hierfür wird neben der Angst vor Schwankungen am Kapitalmarkt vor allem fehlendes Kapitalmarktwissen genannt. Dies zeigt das erste europäische Income-Barometer von J.P. Morgan Asset Management.

So ist 43 Prozent der befragten Privatanleger nicht bewusst, dass Aktien, Anleihen oder Investmentfonds eine Quelle für regelmäßige Erträge aus Zinsen und Dividenden bieten, die noch dazu unabhängig von Kapitalmarktschwankungen ausgezahlt werden und diese somit abfedern können. Das lässt auf eine mangelnde Vertrautheit mit grundlegenden Anlagekonzepten hindeuten.

Dass es beispielsweise Mischfondslösungen gibt, die mit einer breiten Streuung über verschiedene Anlageklassen auch unerfahrenen Anlegern ermöglichen, an der Ertragskraft der Kapitalmärkte zu partizipieren, weiß auch nur rund ein Drittel der Befragten.

Die wichtigsten Umfrageergebnisse bei deutschen Sparern und Anlegern
  • Deutsche Sparer sind am unzufriedensten mit den Erträgen ihrer Sparanlagen (67 % im Vergleich zum europäischen Durchschnitt mit 49 %).
  • Vergleichsweise wenige Deutsche verlassen sich noch auf Tages-/Festgelder (29 % der Befragten gegenüber einem europäischen Durchschnitt von 73 %).
  • Deutsche Sparer sind europaweit am stärksten besorgt, dass die Inflation den Wert ihrer Ersparnisse im Laufe der Zeit aufzehrt (29 % im Vergleich zu 22 % europäischer Durchschnitt).
  • Deutsche Sparer sind eher bereit zuzugeben, dass sie das Thema Geldanlage nicht verstehen (34 % der Befragten sagen, dass sie deshalb nicht investieren – im europäischen Durchschnitt sind es 23 %).