E-Scooter richtig versichern

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E-Scooter sollen ein neues Mobilitätsangebot für viele Städter sein. Doch wo die elektrischen Tretroller fahren dürfen, darüber wird derzeit heftig gestritten. Sicher ist jedoch: Wer mit einem elektrischen Tretroller durch die Stadt düsen will, muss auf den richtigen Versicherungsschutz achten.

Während in Metropolen rund um die Welt Menschen schon längst mit ihren E-Scootern unterwegs sind, warten die motorgestützten Gefährte in Deutschland noch auf die letzte juristische Hürde. Die so genannte Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung, kurz eKFV, ist noch nicht in Kraft getreten.

Klar ist schon heute: Fährt der Elektro-Roller schneller als 6 km/h, besteht Versicherungspflicht, er braucht dann ein Versicherungskennzeichen. Da die E-Tretroller bauartbedingt häufig nicht über ausreichend Platz für einen Kennzeichenhalter wie beim Mofa bieten, wird eine Versicherungsplakette Vorschrift werden. Diese selbstklebende, einer Vignette ähnliche Plakette muss laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an der Rückseite des Scooters befestigt werden.

Kommt es ohne bestehenden Versicherungsschutz zu einem Unfall, muss der E-Scooter-Fahrer Schadensersatzansprüche aus eigener Tasche zahlen. Als eigenständiges Kraftfahrzeug benötigt der E-Roller ein eigens Kennzeichen, er lässt sich nicht in eine bereits abgeschlossene KFZ-Haftpflichtversicherung integrieren.

Schäden durch Elektro-Tretroller sind zudem nicht über eine private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Der Grund: Der Scooter-Nutzer muss keine eigene Kraft zur Fortbewegung aufwenden. Deshalb gelten E-Tretroller als Kraftfahrzeuge. Für sie muss daher eine eigene Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Versicherungen für E-Scooter sind also nicht nur rechtlich wichtig, sondern auch für den eigenen Geldbeutel.

Erste Versicherer mit entsprechenden Policen sind schon am Start: Nachdem die Bayerische einen Versicherungsschutz für E-Scooter, die im Rahmen eines Feldversuches in Bamberg unterwegs sind, präsentierte, bietet nun auch die Zurich Deutschland eine Versicherung für die E-Roller an.

Leiht man sich einen E-Scooter bei einer Mietfirmen, dann muss das Unternehmen den Roller versichern. Als Fahrer ist man somit geschützt, wenn man zum Beispiel einen anderen Menschen während der Fahrt verletzt oder etwas beschädigt. Was nicht automatisch versichert ist, sind eigene Schäden – also, wenn man den eigenen Roller beschädigt oder sich selbst bei einem Unfall verletzt. Dafür braucht es eine private Unfallversicherung oder eine Haftpflicht mit Teilkasko.