Jugendliche können alles – nur nicht Finanzen

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Eine aktuelle Studie zeigt, dass junge Menschen zwischen 17 und 27 Jahren das Problem Altersarmut durchaus erkannt haben und sich um ihre Vorsorge im Alter sorgen machen. Aber zum Sparen treibt sie das auch nicht. Das liegt auch am fehlenden Verständnis für Finanzen und Vorsorge.

„Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete und Versicherungen. Aber ich kann eine Gedichtsanalyse schreiben – in 4 Sprachen“. Dieser Tweet einer 17-jährigen Schülerin vor gut vier Jahren löste in Deutschland eine Bildungsdebatte aus. Doch das Thema ist bis heute hochaktuell, denn Jugendliche und junge Erwachsene fühlen sich nach wie vor nicht ausreichend aufs Leben vorbereitet.

Das ergibt die repräsentative Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen“ des Versorgungswerks Metallrente, für die 2.500 junge Menschen im Alter von 17 bis 27 Jahren zu ihren Kenntnissen in Wirtschaft und Finanzen befragt wurden.

Das Widersprüchliche: Obwohl sich zwei Drittel der Jugendlichen um ihre Vorsorge im Alter sorgen, hat die Bereitschaft zum Sparen deutlich abgenommen. Nur 48 Prozent der Befragten legen Geld fürs Alter zurück. 2010 waren es noch 55 Prozent. Regelmäßig sparen sogar nur 32 Prozent und damit sieben Prozentpunkte weniger als 2010.

56 Prozent der Jugendlichen, die zwar sparen, aber nicht fürs Alter, sind überzeugt, dass allein der Staat für die Altersvorsorge zuständig sei. Dabei ist den meisten durchaus bewusst, dass es Probleme mit der Rente geben könnte. Fast neun von zehn Befragten gaben an, dass ohne private Vorsorge künftig immer mehr Menschen von Altersarmut betroffen sein dürften. Zum Sparen treibt sie das offenbar trotzdem nicht.

Dieser Widerspruch liegt auch am geringen Wissensstand der „Generation Z“. Weniger als ein Drittel kennt sich mit Altersvorsorge und Finanzen aus. Nur 29 Prozent der Befragten sind davon überzeugt, dass sie sich im Bereich Altersvorsorge „gut“ (24 Prozent) oder „sehr gut“ (5 Prozent) auskennen.

Darüber hinaus belegt die Studie, dass das Wissen über die betriebliche Altersversorgung (bAV) stagniert. Die Kenntnisse über die Förderung der Riester-Rente ist danach sogar rückläufig. Es fiel von 36 Prozent im Jahr 2010 auf aktuell 26 Prozent. Kein Wunder also, dass neun von zehn jungen Erwachsenen sich verständliche Informationen über Altersvorsorge wünschen.

Zur kompletten Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen“