Nur 16 Prozent der Berufstätigen in Deutschland sehen für sich persönlich das Risiko, berufsunfähig zu werden. Eine erschreckend geringe Zahl, die nichts mit der Realität zu tun hat, zeigt eine aktuelle Studie des Versicherers Continentale. Einer der Hauptgründe dafür: Zu wenig Informationen über die BU.

Jeder vierte Berufstätige muss vorzeitig aus dem Berufsleben aussteigen, weil Körper oder Psyche nicht mehr mitmachen. Angesichts der nicht ausreichenden staatlichen Absicherung – insbesondere für Personen, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind – bedeutet dies ein existenzielles Risiko. Denn wer nicht auf alternative Einkunftsquellen oder ein stattliches Vermögen zurückgreifen kann, dem droht der Wegfall eines Großteiles des eigenen Einkommens. Das setzt häufig eine Kettenreaktion in Gang.

Es fehlt dann zum Beispiel das Geld für die eigene private Rentenversicherung. Eine ausreichende Altersvorsorge steht damit ebenfalls auf dem Spiel. Aber auch andere private Vorsorgemaßnahmen, etwa im Bereich Kranken- oder Pflegeversicherung, können oft nicht mehr bezahlt werden, wenn die finanzielle Basis fehlt. Private Vorsorge für den Fall der Berufsunfähigkeit ist also wichtig.

Dennoch: Laut der repräsentativen Continentale-Studie, für die 1.348 Menschen im Alter zwischen 20 und 60 Jahren befragt wurden, sind nur 36 Prozent der Befragten gegen eine Berufsunfähigkeit versichert. Die Begründungen für diese BU-Abstinenz sind vielfältig. 71 Prozent sagen, die Berufsunfähigkeitsversicherung sei ihnen zu teuer, 60 Prozent möchten ihr Geld lieber für andere Dinge ausgeben.

Außerdem haben sich viele noch nicht ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt. So fehlen 46 Prozent der Befragten Informationen. Weitere Gründe: Die Befragten halten sich für zu jung oder zu alt, fühlen sich durch den Partner oder die Familie abgesichert oder keine geeignete Beratung gefunden. Hier herrscht also erheblicher Beratungs- und Aufklärungsbedarf, denn es gibt auch noch jede Menge Irrtümer und Missverständnisse.

So glauben 42 Prozent, die privaten und gesetzlichen Leistungen würden verrechnet. Weitere 24 Prozent sind sich nicht sicher. 44 Prozent fürchten zudem, dass der Versicherer bei selbstverschuldeten Unfällen nicht zahle. Beides ist nicht richtig; das weiß jedoch jeweils nur etwa jeder Dritte. 63 Prozent misstrauen Versicherern grundsätzlich und glauben, dass diese im Ernstfall meistens „eh nicht“ zahlen würden.