Immo-Kredite bald zum Nulltarif?

308

Im vergangenen Jahr nahmen private Haushalte fast eine Billion Euro zur Finanzierung von Wohneigentum auf – Tendenz steigend. Hauptgrund dafür sind sicherlich die immer weiter sinkenden Immo-Zinsen – Tendenz weiter fallend.

Ist der heimische Immobilienmarkt überhitzt? Das meint zumindest die Grünen-Fraktion im Bundestag, nachdem sie eine Antwort des Finanzministeriums auf ihre Anfrage bekommen hat. Denn laut Finanzministerium machen die Deutschen für den Kauf von Häusern und Eigentumswohnungen immer mehr Schulden.

Das Volumen der Wohnimmobilienkredite stieg zuletzt innerhalb von zehn Jahren um rund ein Viertel, so das Finanzministerium. Im Jahr 2018 nahmen private Haushalte demnach rund 995 Milliarden Euro zur Finanzierung von Wohnimmobilien auf. Nimmt man Selbstständige und Einzelkaufleute dazu, steigt das Volumen auf rund 1,2 Billionen Euro.

Es fließt also nach wie vor viel Geld in den heimischen Immobilienmarkt, obwohl die Kaufpreise immer weiter steigen. Doch ein Teil dieser Teuerung wird durch die immer günstiger werdenden Immobilienkredite ausgeglichen. Ein Kredit über eine Laufzeit von zehn Jahren kostet derzeit im Schnitt knapp 0,7 Prozent. Selbst Immobiliendarlehen mit einem über 20 Jahre festen Zinssatz von einem Prozent werden derzeit von vielen Banken angeboten.

Marktexperten rechnen damit, dass die Immo-Zinsen weiter sinken, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) wie angedeutet ihren Strafzins erhöht. Kreditinstitute im Euroraum müssen aktuell 0,5 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Doch Minuszinsen im Hypothekenbereich, wie sie derzeit diskutiert werden, dürften dennoch für den größten Teil der Häuslebauer und Wohnungskäufer unwahrscheinlich bleiben.

Wahrscheinlicher ist, dass auch für geringere Darlehenssummen extrem günstige Bauzinsen angeboten werden. Daher sollten Kreditnehmern, die bald eine Anschlussfinanzierung brauchen, die Augen offenhalten, raten Experten.