Die Sorgen der Generationen

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Niedrigzinsen stehen bei den Sorgen der Deutschen an erster Stelle. Doch gleichzeitig offenbart sich hier ein signifikanter Unterschied zwischen den Generationen wie eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der LV 1871 zeigt. Hier ergeben sich interessante Beratungsansätze.

Während sich die jüngsten Befragten im Alter von 18 bis 24 Jahren am wenigsten Sorgen wegen niedrigen Zinsen machen (31 Prozent), zeigt sich das Gegenteil bei der Altersgruppe der über 55-Jährigen: Ganze 66 Prozent von ihnen sorgen sich um die niedrigen Zinsen.

Den Unterschied erklären die Studienautoren damit, dass die Jüngeren in der Zeit geringer Renditen aufgewachsen sind, während die Älteren noch die besseren Zeiten kennen würden. Während der Zinssatz der EZB im Mai 2001 noch bei circa 4,5 Prozent lag, befindet sich dieser Wert seit 2009 stetig auf dem Abstieg und liegt seit Ende 2011 unter der Ein-Prozent-Marke.

In dieser Zeit ist die Altersgruppe der 18-24-Jährigen aufgewachsen. Sparen wurde erst in Zeiten von Niedrigzinsen relevant für sie. Dass sie sich um genau die Niedrigzinsen nur bedingt Sorgen machen, scheint die logische Schlussfolgerung. Immerhin kennen sie es nicht anders. Was diese Altersgruppe im Vergleich zu den anderen Altersgruppen hingegen besonders bewegt, ist fehlendes Wissen beim Sparen:

Rund 22 Prozent der jungen Sparer machen sich hier Sorgen und fühlen sich nicht ausreichend informiert. Zum Vergleich: Bei der Altersgruppe 55+ sind es lediglich sechs Prozent. Um zu verhindern, dass sich die jüngere Generation verspart, gilt es, diese Wissenslücke zu schließen. Immerhin steigt gerade für sie die Gefahr von Altersarmut stetig.