Börsenjahr 2020: Aktien bleiben alternativlos

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Das Börsenjahr 2019 geht allmählich zu Ende und die meisten, die investiert sind, können sich über attraktive Gewinne freuen. Für das kommende Jahr sind die Analysten generell weiterhin positiv gestimmt – auch wegen der fehlenden Alternativen zur Aktienanlage.

Top-Thema 2020 für die Marktexperten der Deutschen Bank ist die mögliche Wiederwahl von Donald Trump. Es gilt als sicher, dass der US-Präsident im Wahlkampf keine Zinserhöhungen zulassen wird. Sparern drohen deshalb nach Einschätzung der Deutschen Bank reale Verluste auf Giro- und Tagesgeldkonten. Das wird mehr Kapital Richtung Aktienanlage treiben und somit die Kurse stützen.

Ein weiterer Grund für den Optimismus der DB-Analysten: Die globale Konjunktur dürfte sich 2020 stabilisieren und nach einem verhaltenen Start im Verlauf des Jahres an Schwung gewinnen. Aber: Eine anhaltende Entspannung im amerikanisch-chinesischen Handelskonflikt sei die entscheidende Voraussetzung hierfür.

Allianz Global Investors rät Investoren sich 2020 darauf einzustellen, dass die Märkte die Entwicklungen im US-Präsidentschaftswahlkampf, die Nachrichtenlage im US-chinesischen Handelskonflikt und die Liquiditätsflutung der Notenbanken mit ausgeprägten Schwankungen zwischen Risikofreude und Risikoscheu („Risk-on/Risk-off“) quittieren können. Risikomanagement sei daher Trumpf.

Für den Vermögensverwalter Flossbach von Storch bleiben Aktien auch im kommenden Jahr die erste Wahl – zumindest für Anleger mit langfristigem Horizont. Die Marktexperten erwarten, dass auf ein ausgezeichnetes Aktienjahr 2019 ein ordentliches Börsenjahr 2020 folgen kann, auch wenn im zweiten Quartal ein Schluckauf angesichts der US-Präsidentschaftswahlen möglich ist. Doch auf lange Sicht seien alle strukturellen Treiber pro Aktie gerichtet, so die Analysten von Flossbach von Storch.

Die Rahmenbedingungen für die globalen Aktienmärkte im Jahr 2020 scheinen auch dem Investmenthaus DWS ganz passabel. Als Grund dafür nennt die DWS eine weiterhin lockere Geldpolitik in den USA und in der Eurozone, schwindende politische Unsicherheiten, leicht steigende Unternehmensgewinne und Dividendenrenditen, die deutlich über den Renditen von Anleihen liegen. Das sollte für Erträge von fünf Prozent reichen, prognostiziert die DWS – und das trotz des fortgeschrittenen Konjunkturzyklus.