Offene Immo-Fonds – attraktive Beimischung fürs Depot

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Bild: Matthew Henry/Unsplash

Offene Immobilienfonds bieten seit Jahren Sicherheit und attraktive Renditen in einem Produkt. Den allgemeinen Corona-Shutdown bekommt aber auch diese Anlageform zu spüren, zeigt eine aktuelle Studie. Das ist aber kein Grund, sich von den offene Immo-Fonds zu trennen – im Gegenteil.

Laut Fondsverband BVI verzeichneten die offenen Immobilienfonds im ersten Quartal als einzige Fondsgattung Nettomittelzuflüsse. Während etwa Aktienfonds (Minus 13,9 Milliarden Euro) oder die Mischfonds (Minus 2,3 Milliarden Euro) kräftig Anlagegelder verloren, sammelten die offenen Immo-Fonds in den ersten drei Monaten des Jahres fast vier Milliarden Euro neue Kundengelder ein.

Und das zu Recht, denn mit einer durchschnittlichen jährlichen Wertsteigerung von 3,4 Prozent in den vergangenen drei Jahren bei relativ geringen Kursschwankungen bieten die offenen Immo-Fonds attraktive Investmentchancen. Zum Vergleich: Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland verzeichneten im Dreijahreszeitraum eine jährliche Wertsteigerung von durchschnittlich Minus 3,3 Prozent (laut BVI-Zahlen zum Stichtag 31.5.2020). Hier verfälscht allerdings der herbe Kursrückgang zu Anfang der Corona-Krise die Statistik.

Eine aktuelle Studie der Ratingagentur Scope hat nun die weiteren Aussichten der offenen Immo-Fonds in Deutschland unter die Lupe genommen. Von den 18 Fonds, die Scope permanent unter Beobachtung hat, wurden zwölf herabgestuft, lediglich drei konnten ihr Rating halten. Für weitere drei liegt noch kein erneutes Rating vor.

Allerdings seien auch die aktualisierten Beurteilungen allesamt auf vergleichsweise hohem Niveau. Im Durchschnitt hätten sie die Note „a“, was eine gute risikoadjustierte Rendite erwarten ließe, so Scope. Dennoch wird die Corona-Krise auch an den offenen Immo-Fonds nicht spurlos vorbeigehen.

Laut einer Umfrage von Scope unter 24 Fondsanbieter erwartet rund die Hälfte der Befragten bis Jahresende eine sinkende Vermietungsquote. Aktuell liegt die durchschnittliche Vermietungsquote der offenen Immobilienfonds allerdings auf einem Rekordniveau von mehr 96 Prozent. In den vergangenen acht Jahren ist sie zudem konstant angestiegen. Entsprechend der etwas pessimistischeren Geschäftsaussichten erwarten zwei Drittel der Befragten für 2020 nur noch Wertsteigerungen in einem Korridor von 2,0 bis 2,5 Prozent.