Kundenbereitschaft nach nachhaltigen Versicherungen wächst

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Nicht nur bei der Kapitalanlage, auch in Sachen Versicherungen wächst bei den Deutschen die Bereitschaft, nachhaltig ausgerichtete Produkte zu kaufen – auch, wenn sie mehr kosten. Allerdings ist die Wissenslücke vieler Verbraucher noch groß – neue Chancen für Berater und Vermittler.

Im Investmentbereich erfreuen sich ESG-orientierte Anlageprodukte seit Langem stark steigender Nachfrage. Im Versicherungsbereich war die Bereitschaft vieler Verbraucher, nachhaltig ausgerichtete Policen zu kaufen bislang eher gering. Doch eine aktuelle Umfrage zeigt hier ein Umdenken.

Aspekte der Nachhaltigkeit gewinnen für die Deutschen auch bei der Auswahl einer Versicherung an Wichtigkeit. Fast jeder Zweite kann sich vorstellen, seine Police bei einem Versicherer abzuschließen, der besonderen Wert auf Klima- und Umweltschutz legt, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach. Vor allem in der Altersgruppe 16 bis 29 Jahre spielt das Thema eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Versicherungen.

Entgegen früheren Umfragen sind deutsche Versicherungskunden mittlerweile auch bereit, für nachhaltige Policen tiefer in die Tasche zu greifen. Ein Viertel der Befragten gab an, sie würden für nachhaltige Produkte auch mehr bezahlen. Daher werde der Markt für nachhaltige Policen in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen, kommentiert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft die Umfrageergebnisse.

Doch derzeit machen „grüne“ Versicherungsprodukte im Vertrieb lediglich vier Prozent aus. Als Grund dafür vermutet der GDV die fehlenden Kenntnisse der Kunden. Nur ein Drittel der Deutschen würde sich bei den nachhaltigen Alternativen im Versicherungsbereich auskennen.

Diese Wissenslücke kann sich bei entsprechender Beratung allerdings schnell schließen, zumal das Thema Nachhaltigkeit in der Beratung künftig eine große Rolle spielen wird. Vermittler und Versicherer müssen ab August 2022 ihre Kunden fragen, welchen Wert sie auf ökologische und soziale Aspekte sowie auf gute Unternehmensführung (Environment, Social, Governance) legen – und entsprechend auch die passenden Produkte auswählen.