Nahost-Konflikt: Auch Bauzinsen steigen wieder an

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Der Krieg im Nahen Osten hat die Immobilienbranche erreicht. Die Angst vor steigender Inflation und höheren Notenbankzinsen lässt die Kapitalmarktzinsen schon spürbar geklettert: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen, an denen sich die Bauzinsen orientieren, stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit 2023. Das bekommen jetzt auch Immobilienkäufer und Hausbauer zu spüren.

Der Nahost-Konflikt führte zunächst zu einer kurzfristigen Flucht vieler Anleger in vermeintlich sichere Anlagen. Diese Entwicklung drückte die Kapitalmarktzinsen vorübergehend. Inzwischen verschiebt sich die Stimmung jedoch wieder. Für Baudarlehen mit zehnjähriger Laufzeit liegen die Zinsen mittlerweile bei rund vier Prozent und damit auf dem Niveau von Ende 2023 – Tendenz steigend.

Die Parallelen zum Ausbruch des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine vor vier Jahren sind unübersehbar. Zuerst schnellten damals die Energiepreise nach oben, dann die allgemeine Teuerung, dann folgten die Kreditzinsen. Noch ist der Anstieg von damals nicht mit der aktuellen Entwicklung der Bauzinsen vergleichbar, doch sollte sich der Nahost-Konflikt weiter in die Länge ziehen und dementsprechend die Inflationsraten kräftig steigen, werden auch die Bauzinsen wieder zügig folgen.

Laut Umfragen rechnen die meisten Marktexperten damit, dass die Zinsen für Immobiliendarlehen im kommenden halben Jahr zulegen werden. Liegen die Fachleute mit ihren Prognosen richtig, heißt dies für potenzielle Immobilienkäufer: Abwarten und auf sinkende Zinsen spekulieren, ist keine gute Option.