KI in der Finanzberatung

Gemischte Gefühle

Viele Deutsche sehen Chancen in der KI-Finanzberatung, sorgen sich aber um Datenschutz, Betrugsrisiken und fehlende Regeln. Verbände und Behörden fordern klare gesetzliche Vorgaben.

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Zwischen Vertrauen und Skepsis: Viele Verbraucher sehen Chancen in KI-gestützter Finanzberatung – sorgen sich aber um Datenschutz und Haftungsfragen. (Bild generiert durch Google Gemini)

Interessante Urlaubsziele, praktische Haushaltstipps oder geistreiche Geburtstagswünsche – KI-Agenten wie etwa ChatGPT sind für viele aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. Da liegt die Frage nahe: Ersetzt KI bald auch die klassische Beratung in Sachen Finanzen?

Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom blicken die Deutschen mit gemischten Gefühlen auf den Einsatz von KI in der Finanzberatung. Während sich 27 % der Befragten vorstellen können, einer KI künftig den Großteil der eigenen Finanzentscheidungen zu überlassen, lehnen 49 % die Nutzung von KI bei Finanzthemen grundsätzlich ab. Gleichwohl sehen 56 % der Deutschen den KI-Einsatz im Bereich Finanzen als Chance, 40 % als Risiko.

Datenschutz und Beraterhaftung ungeklärt

Mit der zunehmenden Nutzung der KI wächst aber auch die Sorge, dass der Einsatz von KI gerade bei Finanzgeschäften das Betrugsrisiko erhöht. Mehr als 60 % der Befragten sind dieser Ansicht, zumal es in Sachen Datenschutz und Beraterhaftung keine rechtlichen Vorgaben gibt.

Wer von KI eine individuell passende Beratung möchte, muss detaillierte Informationen zur eigenen Finanzsituation preisgegeben. Das wäre aus Sicht von Verbraucherschützern wegen des mangelnden Datenschutzes hochproblematisch. Ähnlich sieht das auch die europäische Finanzmarktaufsicht Esma. Die Behörde hat daher einen Handlungsleitfaden für Verbraucher veröffentlicht, der auf die Risiken hinweist.

Beim wohl größten Kritikpunkt ist die Esma sehr deutlich: „KI-Tools, die frei verfügbar sind, sind nicht verpflichtet, im bestmöglichen Interesse ihrer Nutzer zu handeln“. Der rechtliche Rahmen hinkt der technischen Entwicklung also hinterher. Darum hat Votum, der Branchenverband der unabhängigen Finanz- und Versicherungsvermittlungsunternehmen, jetzt die zuständigen Aufsichtsbehörden aufgefordert, zeitnah eine klare regulatorische Einordnung vorzunehmen.