Altersarmut: 70 Prozent rechnen damit, viele machen nichts dagegen

206
Bild: Matt Bennett/unsplash

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Angst vor Altersarmut unter den Deutschen weiter zunimmt. Paradoxerweise sind sie kaum bereit, verstärkt privat fürs Rentenalter vorzusorgen. Und wenn, dann verzichten sie auf eine attraktive Rendite bei der Altersvorsorge.

Einer repräsentativen Umfrage R+V Versicherung zufolge 49 Prozent der Deutschen eine große, 21 Prozent sogar sehr große Versorgungslücke im Alter. Dem gegenüber rechnen lediglich vier Prozent damit, dass sie im Alter über die notwendigen finanziellen Mittel für ihren gewohnten Lebensstandard verfügen. 26 Prozent der Befragten befürchten eine eher geringen Vorsorgelücke.

Besonders ausgeprägt ist die Angst vor finanziellen Lücken in der jüngeren Generation. In der Altersgruppe 21 bis 34 Jahre gehen immerhin 78 Prozent davon aus, im Alter kein ausreichend großes finanzielles Polster zu haben. Bei Befragten über 50 Jahren sind es mit 65 Prozent etwas weniger als der Durchschnitt der Befragten.

Trotz dieser pessimistischen Erwartung ist die Bereitschaft der Menschen zur privaten Altersvorsorge nur sehr gering. Lediglich sieben Prozent bezeichnen den eigenen Vorsorgestatus als „sehr gut“, 47 Prozent dagegen als „eher schlecht“ oder sogar „sehr schlecht“. Folglich sind auch die Ausgaben vieler Bürger für ihre eigene, private Altersvorsorge relativ gering. Etwa jeder Vierte (26%) legt derzeit überhaupt nichts für die finanzielle Vorsorge zurück, weitere 25 Prozent bis zu 50 Euro monatlich.

Doch selbst, wenn die Deutschen für die eigene Altersvorsorge sparen, vermeiden viele von ihnen Risiken und verzichten bewusst auf Renditechancen. So rangiert auf Platz Eins der selbst genutzten Vorsorgemöglichkeiten mit 31 Prozent das klassische Sparbuch. Danach folgt mit 25 Prozent die eigene Immobilie, an dritter Stelle private Rentenversicherungen mit fester Verzinsung (22 Prozent).

Aktienfonds (19 Prozent), fondsgebundene Rentenversicherungen (17 Prozent) und einzelne Aktien (16 Prozent) spielen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle, ebenso chancenorientierte Rentenversicherungen mit einem Mix aus sicherem Kapital und chancenorientierten Anlagen (10 Prozent).