Mit Dividendentitel die Inflation schlagen – 10 Fakten zu Dividenden

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Bild: Brady Bellini/Unsplash

Weltweit sind die Notenbanken in den vergangenen Monaten kräftig auf die Zinsbremse getreten, um die ausufernde Inflation zu bekämpfen. Die gefährliche Nebenwirkung dabei ist eine drohende Rezession. In einem derart problematischen Umfeld macht es für Anleger Sinn, auf Aktiensegmente zu setzen, die sich schon in vergangenen Krisenzeiten als resistenter als andere erwiesen haben: dividendenstarke Unternehmen.

Lange Zeit galten Dividendenfonds, die sich auf Unternehmen mit beständig hohen Ausschüttungen konzentrieren, als altbacken und langweilig. Die größten Dividendenzahler sind nämlich in der Regel etablierte Unternehmen aus eher wenig spannenden Branchen wie Konsum, Pharma, Versicherungen oder Telekommunikation. Doch in unsicheren Zeiten wie derzeit lohnt es sich, auf „langweilige“ Segmente zu konzentrieren, anstatt jedem Trend hinterher zu laufen.

10 Fakten über Dividenden, die Sie kennen sollten
  1. Dividendenausschüttungen liegen weltweit auf Rekordniveau

Zumindest hinsichtlich der Dividenden war 2022 ein gutes Jahr für Aktienanleger: Weltweit schütteten die Unternehmen nach Berechnungen des britischen Investmenthauses Janus Henderson über 1,52 Billionen US-Dollar an ihre Anteilseigener aus. Das waren nochmal 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr und absoluter Rekord. Auf deutsche Unternehmen entfielen davon 55 Milliarden Euro – auch das ein Höchststand.

  1. Dividenden sind für die Rendite nicht nur ein Sahnehäubchen

Auf lange Sicht betrachtet liefern Dividenden einen wertvollen Renditebeitrag. Wer’s nicht glauben mag, der werfe mal einen Blick auf den DAX Der wird nämlich – im Gegensatz zu den meisten anderen Indizes – einschließlich der ausgeschütteten Dividendenerträge abgebildet. Parallel dazu berechnet die Deutsche Börse allerdings auch eine Variante, die nur die Kursentwicklung wiedergibt – den DAX Kursindex. Der Vergleich zeigt, dass mehr als die Hälfte der Kursgewinne seit Auflegung des DAX 1987 auf die Dividenden zurückzuführen sind. In Zahlen: 62 Prozent!

  1. Dividenden gibt es seit über 400 Jahren

Die älteste Aktiengesellschaft der Welt, die niederländische East India Company, zahlte erstmals 1610 Dividenden aus.

  1. Warum Aktionäre früher eine Schere brauchten

Menschen, denen es vergönnt war, überwiegend von ihren Dividendenerträgen zu leben, wurden in der Vergangenheit oft als „Couponschneider“ bezeichnet. In Zeiten, in denen Aktienurkunden noch auf Papier ausgestellt und in Tresoren aufbewahrt werden mussten, gehörte zu jedem Wertpapier ein Bogen mit Dividendenscheinen. Bei Fälligkeit trennte der Besitzer den entsprechenden Coupon ab und löste ihn bei einer Bank ein.

  1. Dauerbrenner seit über 100 Jahren

Weltweit gibt es 26 Unternehmen, die seit über 100 Jahren Dividenden ausschütten. Die meisten davon stammen aus den USA.

  1. Unternehmen im Adelsstand: Die Dividenden-Aristokraten

Einige Unternehmen haben eine lange Tradition der Dividendenzahlung. Solche, die mindestens 25 Jahre hintereinander die Dividende angehoben haben, bezeichnet man als Dividenden-Aristokraten. Eine zuverlässige Steigerung der Dividende gilt als Qualitätsmerkmal. Im April 2023 gibt es Analysten zufolge weltweit 145 Dividenden-Aristokraten.

  1. Von Land zu Land unterschiedlich: der Ausschüttungsmodus

Wann Unternehmen Dividenden ausschütten, können sie in der Regel selbst entscheiden. In Deutschland wird der Gewinn an die Aktionäre in den meisten Fällen am Tag nach der Hauptversammlung ausgeschüttet. In vielen anderen europäischen Ländern erfolgt die Dividendengutschrift dagegen halbjährlich. Und in den USA ist es sogar üblich, die Dividendenzahlung auf vier Quartale aufzuteilen.

  1. Thesaurierend oder ausschüttend

Fondsanleger können sich entscheiden, wie sie von den Dividenden der Unternehmen profitieren möchten: Ausschüttende Fonds zahlen die Dividenden einmal im Jahr auf das Konto der Anleger aus. Thesaurierende Fonds hingegen legen die Einnahmen wieder an, sodass sich die Dividendenerträge in Zukunft mitverzinsen können. Im Falle einer positiven Wertentwicklung und bei einem langfristigen Investmenthorizont haben Anleger dadurch die Chance, dank des Zinseszinseffekts mehr Vermögen aufbauen.

  1. Eine hohe Dividendenrendite kann ein gutes Zeichen sein – muss aber nicht

Eine hohe Dividendenrendite – also das prozentuale Verhältnis von Ausschüttung zu aktuellem Kurs – kann auch ein Warnsignal sein. Nämlich dann, wenn sie nicht auf eine hohe Ausschüttung zurückzuführen ist, sondern auf einen starken Kurseinbruch. Deshalb achten die gute Fondsmanager bei der Titelselektion immer auch auf weitere Merkmale wie zum Beispiel die Marktpositionierung, die Bilanzqualität oder die aktuelle Einnahmesituation.

  1. Steigende Dividenden sind häufig, aber nicht garantiert

Ob Unternehmen in einem Jahr ihre Dividende erhöhen, gleich lassen oder senken, hängt von ihrem wirtschaftlichen Erfolg, aber auch von der Strategie des Managements ab. Senkungen oder Ausfälle sind eher selten. Seit 2001 gab es nur ein einziges Jahr (2009), in dem mehr als 20 Prozent der Unternehmen aus dem marktbreiten amerikanischen S&P 500 ihre Dividende gesenkt haben. Eine gezielte Auswahl der richtigen Dividendenaktien durch erfahrene Experten hilft, Ausfallrisiken rechtzeitig zu erkennen.

Wenn Sie Ihren Kunden eine Dividendenstrategie als Depotbeimischung empfehlen wollen, finden Sie in der World of Finance unter Investment/Vertriebsunterstützung unsere Masterliste Investmentfonds bewährten Dividendenfonds – etwa von der DWS, von Fidelity oder von DJE.