
Trotz oder vielleicht gerade wegen Krieg, Inflation und wirtschaftlicher Sorgen sparen die Deutschen nach wie vor wie die Weltmeister. Laut einer aktuellen Umfrage legen fast drei Viertel der Befragten regelmäßig (43,7 %) oder unregelmäßig (28,4 %) Geld auf die hohe Kante. Doch zwischen Sparen und Vorsorgen gibt es einen großen Unterschied.
Nach wie vor sind Sparbuch, Tagesgeld und Festgeld die mit Abstand beliebtesten Sparformen der Deutschen. 57 % der Befragten greifen zu diesen gering verzinsten Konten. Die so „angelegten“ schätzungsweise rund 3,6 Billionen Euro sind dem inflationsbedingten Wertverlust schutzlos ausgeliefert.
Zwar sind die Zinsen seit Mitte 2025 wieder etwas gestiegen, doch auch die Teuerung dürfte angesichts der geopolitischen Konflikte in den kommenden Monaten weiter zulegen. Dann werden die vermeintlich sicheren Sparbücher, Tages- und Festgelder zur Inflationsfalle, wie die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren zeigt:
Seit 2021 kletterten die Verbraucherpreise aufaddiert um rund 22 %. Das bedeutet: 10.000 Euro aus dem Jahr 2020 haben aktuell nur noch eine Kaufkraft von rund 7800 Euro. Das Kapital ist nominell noch da, real aber zu einem beträchtlichen Teil vernichtet.
Das Risiko schummert in Sparbuch & Co. – nicht an den Kapitalmärkten
Um Wertpapiere wie Aktien, ETFs oder Fonds macht etwa die Hälfte der Befragten einen Bogen, vor allem deshalb, weil sie sich nach eigenem Bekunden nicht damit auskennen oder die Risiken scheuen. Hier besteht also nach wie vor großer Beratungsbedarf, denn das eigentliche Risiko schlummert in Sparbuch & Co. und nicht an den Kapitalmärkten, wie die aktuelle Wertentwicklungsstatistik des Fondsverbands BVI zeigt:
So lag die Wertsteigerung von Fonds, die in deutsche Aktien investieren, in den vergangenen fünf Jahren bei jährlich 7 %. Aktienfonds mit Schwerpunkt Europa brachten es auf jährliche 8,8 % und weltweit anlegende Aktienfonds erzielten eine jährliche Wertsteigerung in den vergangenen fünf Jahren von 8,9 %.





