Fondsbranche trotzt der Krise

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Bild: David Pye/Unsplash, Eyestetix Studio/Unsplash

Die heimische Fondsbranche zeigte sich während des Krisenjahres 2022 robust. Zwar zogen Privatanleger gut vier Milliarden Euro an Kapital aus den Publikumsfonds ab. Das konnte aber durch ein milliardenschweres Neugeschäft der institutionellen Spezialfonds mehr als wettgemacht werden.

Aus offenen Publikumsfonds flossen im Gesamtjahr netto vier Milliarden Euro ab. Das ist dennoch weniger als in den Krisenjahren 2008 (27 Milliarden Euro) und 2011 (15 Milliarden Euro). Allein im vierten Quartal erhielten Publikumsfonds wiederum Zuflüsse von fünf Milliarden Euro, meldet der deutsche Fondsverband BVI.

Vor allem Mischfonds mit einem Kapitalzufluss von netto 12,5 Milliarden Euro und Offene Immobilienfonds (plus 4,5 Milliarden Euro) waren im vergangenen Jahr gefragt. Dagegen bremste der Zinsanstieg – und damit die Kursverluste – die Rentenfonds aus, die im Gesamtjahr 17,4 Milliarden Euro Mittelabflüsse verbuchen mussten. Aktienfonds verzeichneten trotz des schwierigen Börsenjahres 2022 Nettomittelzuflüsse in Höhe von 500 Millionen Euro. Im Schlussquartal stieg die Nachfrage nach Aktienfonds jedoch wieder, sodass ihnen in den letzten drei Monaten des Jahres 2,2 Milliarden Euro netto zugeflossen sind.

Der BVI verweist auch auf das reine Neugeschäft: So hätten 2022 Sparer bis Ende September 40 Milliarden Euro neu angelegt – trotz der steigenden Zinsen. Einen wichtigen Beitrag zu dieser Entwicklung würden Fondssparpläne leisten, deren Zahl in den letzten Jahren stark gestiegen ist, so der BVI.