Den Zinsschock bei der Anschlussfinanzierung vermeiden

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Bild: Towfiqu barbhuiya/Unsplash

Seit Jahresanfang haben sich die Bauzinsen fast vervierfacht. Das rückt einerseits den Traum der eigenen vier Wände für Viele in weite Ferne. Andererseits droht bei laufenden Immo-Darlehen der finanzieller Supergau, sobald die Zinsbindung ausläuft. Ihre Kunden sollten daher jetzt reagieren.

Jahrelang durften sich Immobilienkäufer über rekordtiefe Hypothekenzinsen freuen. Damit ist es seit Monaten vorbei, die Bauzinsen klettern – parallel zu den Kapitalmarktzinsen – seit Jahresanfang kräftig. Laut dem Finanzierungsvermittler Interhyp zahlen Verbraucher für Immobiliendarlehen mit zehnjähriger Zinsfestschreibung mittlerweile im Schnitt wieder fast vier Prozent Zinsen – das höchste Niveau seit Herbst 2011.

Das bremst spürbar die Nachfrage nach einer Immobilienfinanzierung, weil sich die potenziellen Eigenheimbesitzer die hohen monatlichen Darlehensraten nicht mehr leisten können. Laut einer Beispielrechnung des Bundesverbands Baufinanzierungen erhöht sich bei einem Immobiliendarlehen über 100.000 Euro mit zehnjähriger Zinsfestschreibung und einer Tilgungsrate von zwei Prozent die monatliche Rate von 200 auf 500 Euro, wenn der Zinssatz von einem auf vier Prozent steigt.

Die Zinswende stellt aber nicht nur alle jene vor Probleme, die erst noch bauen oder kaufen wollen, sondern auch viele Menschen, die das bereits vor Jahren in der Niedrigzinsphase getan haben. Hintergrund ist, dass bei Immobilienfinanzierungen in der Regel eine Zinsbindung vereinbart wurde, die irgendwann ausläuft – und meistens endet die Zinsbindung, bevor das Darlehen vollständig getilgt ist. Es bedarf also einer Anschlussfinanzierung.

Selbst die BaFin empfiehlt auf ihrer Website, das Thema Anschlussfinanzierung über ein sogenanntes Forward-Darlehen bereits frühzeitig anzugehen, und damit nicht erst bis wenige Monate vor Ablauf der Zinsbindung zu warten. Eigenheimbesitzer sichern sich damit den Zins von heute für mehrere Jahre im Voraus und erhalten somit Planungssicherheit für die monatliche Rate.

Das hat allerdings seinen Preis, denn für jeden Monat bis zum Ende der aktuellen Zinsbindungsfrist und dem Beginn des Forward-Darlehens wird ein Zinsaufschlag fällig, der je nach Kreditgeber unterschiedlich hoch sein kann. Daher rät die BaFin, sich gut beraten zu lassen, bevor man sich zu einem Forward-Darlehen entschließt.

Weitere Informationen auf bafin.de